Während in Sarajevo so langsam das normale Leben wieder eingekehrt ist, kam diese Stadt im April noch einmal in die Schlagzeilen. Der Papst hatte seinen Besuch angekündigt. Mit großer Spannung wurde der “heilige Vater” erwartet. Bombendrohungen und Anschläge auf die katholische Kathedrale im Zentrum der Stadt waren die Antwort der fundamentalistischen Moslems. Als am Vortag des 13.04. einige Sprengsätze unter einer Brücke gefunden wurde, die der Papst passieren sollte, war die Aufregung sehr groß. Über Radio und Fernsehen wurde die Bevölkerung informiert, daß sie nicht einmal aus ihren Fenstern schauen dürften. Selbst wenn sich nur eine Gardine bewegen sollte, würde man mit Scharfschüssen antworten. 20.000 bosnische Polizisten und SFOR (internationale Friedenstruppe) bewachten die Stadt. Viele Menschen waren nach Sarajevo gekommen, um bei der vom Papst zelebrierten Messe im Stadion dabei zu sein. Um 400 Uhr am Morgen wurde das Stadion geöffnet und auch wir bezogen zu dieser Zeit bereits unsere Verteilpunkte. Bis 730 Uhr war es relativ ruhig. Dann setzte ein großer Menschenstrom zum Stadion ein. Viele der Besucher bekamen einen Gutschein und bis 1000 Uhr hatten wir an die ca. 30.000 Besucher 15.000 Gutscheine für das Buch “Jesus unser Schicksal” verteilt. Bisher haben über 600 Leute das Buch bestellt und es zusammen mit einem Bibelkurs erhalten. Fast alle Bestellungen kommen aus dem katholischen Teil Bosniens. Dieses Gebiet (Herzegowina) hat durch Marien-Erscheinungen im Walfahrtsort „Međugorje“ auf sich aufmerksam gemacht. Möge der Herr auch dort die Herzen der Menschen weich machen.Durch diese Aktion hat sich ein Ehepaar aus Kiseljak (nahe Sarajevo) bekehrt, die heute zur Gemeinde in Sarajevo gehören. Betet besonders für diese Familie und ihre Stadt, wo der Boden sehr hart ist.
Auszug aus dem Rundbrief 2/1997
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